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06.07.2026
10:30 Uhr
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Unreal, Unity, Godot oder besser selbst bauen? Warum greifen viele erfolgreiche Game-Studios bei der Spieleentwicklung zur Unreal Engine? Wir haben nachgefragt.

Wer jemals Onlinekommentare zu einem Videospiel gelesen hat, weiß, wer an allem schuld ist: die Game-Engine. Selbsternannte Spielekenner werfen einen Blick auf Screenshots und erkennen schon an der Kantenglättung des Gebüschs, dass hier eindeutig Unreal verwendet wurde. Entwicklungsumgebungen für Computerspiele sind beim Publikum ein beliebter Sündenbock für allerlei Enttäuschungen. Wenn ein Spiel ruckelt oder hässliche Pop-in-Effekte den optischen Eindruck ruinieren, dann ist wahrscheinlich die Unreal Engine schuld. Wirkt dagegen alles schnell und lieblos zusammengeleimt, tippen die Leute häufig auf Unity. Und neuerdings werden unprofessionell wirkende Spiele einfach der Godot-Engine angelastet.
Dass solche Vorurteile Käse sind, kann man sich auch ohne professionelle Erfahrung denken. Sowohl Unity als auch Unreal kommen seit Jahrzehnten mit Erfolg für ganz verschiedene Spiele zum Einsatz. Gerade bei Indie-Studios erfreut sich die Godot-Engine wachsender Beliebtheit. Und manche Studios programmieren ihre Engine lieber selbst. Offensichtlich gibt es bedeutsame Unterschiede zwischen den Engines, und Game-Studios müssen bei jedem neuen Spiel die dafür geeignete Engine auswählen. Wir wollten von deutschen Spieleentwicklerinnen und -entwicklern erfahren, welche Vor- und Nachteile sie sehen und für welche Einsatzszenarien sich die verschiedenen Game-Engines am besten eignen.
Dafür haben wir bei 16 deutschen Game-Studios nachgefragt, welche Engine sie verwenden und weshalb sie sich dafür entschieden haben. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf Studios, die auf die Unreal Engine setzen. Dabei kommen Fachleute zu Wort, die täglich mit Unreal arbeiten. Weitere, noch folgende Teile der Artikelserie berichten aus der Praxis von der Arbeit mit Unity, Godot und Eigenentwicklungen.